"Und ich spreche nicht von Enttäuschung
und wie wir in sie rannten.
Ich spreche hier von Zweifeln
und von denen, die sie nicht kannten!"
- Rantanplan, "Ich erinner mich an alles"
History
Alles klar, ich hab
verstanden. Ich habe einigen Leuten einen detailierteren Einblick in "23 Jahre Beko/B*KO" versprochen. Also,
schnallt euch an, Zeit mein Versprechen einzulösen...
Wie eingangs erwähnt wurde ich am Dienstag, den 05. Januar 1982 in der Harzrandstadt Goslar geboren (oder um den
- bei persönlichen Homepages sehr beliebten - Pathos zu wahren: "Ich erblickte das Licht der Welt..."). So,
nun könnte ich ja einige ach-so-tolle/süße/interessante Storys aus der Krankenhauszeit berichten...könnte ich,
wenn es da was interessantes gäbe (oder nach 'neuer deutscher Rechtschreibung' "gebe" - schauderlich)!
Ich verbrachte im Grunde eine völlig normale, deutsche Durchschnittskindheit in einer völlig normalen, deutschen
Durchschnittsstadt (mittelgroß). Bis zu dem Zeitpunkt, an dem mein Bruder geboren wurde. Halt, ich lüge! Etwas
länger wohnten wir da schon. Ich weiß nur leider nicht, wieviel länger.
Die folgenden, weiß unterlegten Textpassagen dienen der Visualisierung eines
Beko'schen Gedankenganges zur möglichst genauen Erfassung des Umzugsdatums, sie mögen evtl. nicht jedem
nachvollziehbar sein und sind zu 100% Bekos Gedächtnis entsprungen:
Wir sind in einem Winter nach Astfeld gezogen. Obwohl...als wir mit den Umzugstransporter gefahren sind, lag
kein Schnee [Hat mein Onkel R. nicht den Transporter gefahren?]. Dann: Filmriss. Erinner' mich nur noch an einen
strengen Winter. Ich kann mich an kein Weihnachten in einer neuen Wohnung erinnern, also nehmen wir mal an: zum
01.01. umgezogen. Mein Bruder ist Ende November '85 geboren. Zwei Monate später umgezogen? Wohl kaum, meine
Mutter hat ihn sehr oft im Kinderwagen (der immer unten an der Treppe 'parkte') in Goslar (Wachtelpforte, wo
damals das Hallenbad war) spazieren geschoben. Ergo müssten wir ungefähr ein Jahr nach seiner Geburt umgezogen
sein (+ 0-3 Monate). Als wir nach Astfeld zogen, war ich vier. 1982 geboren, ergo '86 vier Jahre alt geworden.
Da wir, wie gesagt, wohl kaum zwei Monate nach der Geburt meines Bruders umgezogen sind, werden wir wohl Ende
'86 umgezogen sein. Einen Zeitraum einzuschätzen ist schwer. Ich sage jetzt einfach mal: November '86 - Dezember
'86 (die Theorie mit Januar stimmt nicht mehr, dann wär ich ja nicht mehr vier Jahre alt gewesen...).
Also, sind wir nun Ende '86 nach Astfeld (siehe "Nur fort"), ein kleines,
beschauliches Dorf zwischen Goslar und Langelsheim, gezogen. Dort wohnte ich im Endeffekt auch bis zu meinem
Aus- und Umzug nach Hannover. Eigentlich gibt es nichts relevantes zu erzählen, ging dort in 'nen Kindergarten
und Grundschule. In der Grundschule passierte nichts spannendes, man bekommt ja im Grunde nur das das
"Ein-mal-eins" eingebläut und lernt, Buchstaben zu malen. Während ich mich in der dritten Klasse befand, wurde
meine Schwester Christina geboren. Nach der Grundschule zwei Jahre OS in Langelsheim und daraufhin kam ich auf
die Realschule Hoher Weg, Goslar.
Im Endeffekt nicht meine ruhmreichste Zeit (zumindest im Nachhinein), woran ich wahrscheinlich letztendlich
nicht ganz unschuldig dran bin. Aber zwei gute Sachen hatte diese Zeit mit sich gebracht:
01. "Planet Punk" - Die Ärzte haben mein Leben (und meine Jugend im Besonderen) wie keine zweite Band geprägt.
Wenn ich je etwas vergöttert habe, dann diese drei Berliner...
02. Das Spiel "Magic: The gathering". Einer der vielen Schnittpunkte zwischen Beko und Lone, ein Spiel, das mir
seit nunmehr rund 8 Jahren Spaß macht (auch wenn ich der einzige von uns alten Zockern damals bin, der es noch
spielt). Dank mir hat auch mein Bruder damit begonnen :)
Gibt es sonst noch etwas relevantes zu dieser Epoche zu erzählen? Naja, durch Wälder gerannt (nicht zu knapp),
dort Buden gebaut (auch nicht zu knapp), Scheiße gebaut (auch das - selbstverständlich - nicht zu knapp:
"Eh du...lachst du über mich"/"Nächstes Mal sind wir cleverer" - Butze weiß Bescheid)!
So, überspringen wir nun die Phase bis nach der Realschule und wenden uns 1998/'99 zu, die Zeit, die einen
eigenen Abschnitt verdient.
"...but when I look back now,
that summer seemed to last forever.
And if I had the choice - ya! - I'd always wanna be there.
Those were the best days of my life!"
- Bryan Adams, "Summer of '69"
1998 und besonders 1999 war eine wirklich großartige Zeit (Ja, ihr Germanistik-Fetischisten, ich
weiß: Eine Jahreszahl kann niemals eine Zeit[spanne] sondern lediglich ein Zeitpunkt sein). Die Ereignisse
überschlagen sich - die Ärzte in Hildesheim (open air), meinen Onkel auf Teneriffa besucht und
- 1999 - ein Sommer, der nie enden wollte... Nicht zu vergessen, dass ich 1999 Steffi (neu) kennenlernte...hey,
Leute, es war einfach viel zu geil, was in diesem Jahr alles passierte, als das es Worte hier beschreiben
könnten. Die Tagesbeschäftigungen wechselten zwischen Punkrock hören, eine sehr coole Schule
besuchen (FOS Sozialwesen), sich mit Steffi treffen und mit Leuten stundenlang Magic daddeln, die (damals noch)
schwer Scheff waren.
"Jeden Tag war Sommer, oder kommt's mir nur so vor?" - Grillen bei Steffi, Fahrten nach Braunschweig zum
Magic-Dealer, nach Hannover zum Magic-Dealer, in den Heide-Park mit Mendel und Steiner, mit Winkler 'nen
"halben Meter" futtern...
Weiter im Text: Im Jahre 2000 n.Chr., vier Monate und vier Tage nach dem Jahrtausendwechsel (oder um es
pathetischer auszudrücken: 'Millenium') wurde ein weiterer Mensch der guten Seite geboren: Annika-Tabea -
meine kleinste Schwester. Um mich mal zu profilieren: Meine Schwester wird jetzt ihr Leben lang mit 'meinem'
Namensvorschlag rumrennen ;).
2000 beschloss ich auch, nicht zu den mündlichen Prüfungen der FOS zu gehen und damit auch das
Fachabitur nicht zu bestehen. Grund: Die Zensuren wären einfach zu schlecht gewesen, wenn ich den
Abschluss geschafft hätte. OK, ich geb zu, der fleißigste war ich in der Zeit sicher nicht (war ich
wahrscheinlich nie). So hatte ich die Chance, die Klasse noch einmal zu wiederholen, und - Hol's der Teufel! -
es war wahrscheinlich eine der besten Sachen, die mir hätten geschehen können. Ich kam in eine
großartige Klasse (Anna, die mit mir die Klasse wiederholte, wird mir zustimmen) und es wurde ein
grandioses, leider zu kurzes Jahr. Wären alle Klassen so gewesen, wären die 12 (*13*) Schuljahre
für mich sicher um Strecken angenehmer gewesen...
*gähn* Bald nähert sich diese Autobiografie dem langersehnten Ende. Was tut man nicht alles, nur um
Versprechen zu halten?
Nachdem ich im zweiten Anlauf mein Fachabi mit (mehr als) Bravour bestand, folgte der nächste
Ab- und Einschnitt. Und zwar die Wahl 'Zivildienst - Wehrdienst', wobei ich eigentlich davon ausgehen kann,
dass die Entscheidung keine große Frage sein sollte, oder? Meiner Grundeinstellung entsprechend (eben der,
dass Soldaten nichts weiter als bezahlte Mörder [auch Söldner oder Auftragskiller genannt] sind, die
eine ekelerregende, kapitalismusverteidigende Kriegsfunktion haben) entscheid ich mich für das kleinere Übel:
den Zivildienst. Um eines vorweg zu nehmen: Auch Zivildienst ist beschissen, da auch hier der Staat einem seinen
Willen aufzwingt. So schnell verzeihen wir der SPD nicht, dass sie damals als Opposition für die
Wieder-Aufrüstung war (und sich damit den koservativen CDU-Schweinen ein gutes Stück angenähert hat).
Zurück zum Thema: Also absolvierte ich zehn Monate lang meinen Zivildienst, und zwar im Goslarer
Krankenhaus (welches ich ja schon vom Praktikum für die FOS kannte). Dort bekam ich die ehrenwerte Aufgabe
zugeschrieben, im Steri zu arbeiten. Nicht nötig, ein weiteres Wort darüber zu verlieren. Nur: So
schlecht war es gar nicht. Während meines Zivildienstes war ich auch gezwungen, nebenbei nach einem
Ausbildungsplatz Ausschau zu halten.
Wie allgemein bekannt fand ich dann auch 2002 auf Anhieb 'nen Ausbildungsplatz. Und zwar in Hannover (also
known as Niedersachsens Landeshauptstadt). Passte sich ganz gut, endlich raus aus dem schmierigen Heimatkaff
(formerly known as Astfeld).
Nun ja, Monate vorher immer wieder nach Hannover gefahren, um sich Wohnungen anzuschauen und sich dann
irgendwann für eine entschieden, eine Woche vor Ausbildungsbeginn dort eingezogen, eingerichtet, eingelebt.
Ein Jahr lang lebte ich dadurch örtlich getrennt von Steffi (mit der ich immernoch - seit '99 - zusammen war),
die mir dann ein Jahr später gefolgt ist, um dort ihre Ausbildung zu beginnen.
Wie sicher schon oben erwähnt begann ich eine Aubildung zum Heilerziehungspfleger, die ich in einer
großen psychiatrischen Klinik bei Hannover mache. 2003 lernte ich dann - nach jahrelanger Chatfreundschaft
- Lone kennen, als wir beschlossen, zusammen mit Steffi und ElGonzo nach Berlin zu fahren, zur
Anti-Irakkriegs-Demo, Februar '03. Selbstverständlich haben wir uns danach noch mehr als nur einmal
getroffen und - Teufel, hast du Wind? - uns auch immer zu beschäftigen gewusst (näheres siehe
"Friends/Lone")...
Und 2005?
Anfang des Jahres trennten sich die gemeinsamen Wege von Steffi und mir. Es ist hart, wenn man den wichtigsten
Menschen seines Lebens verliert. Ich wohne mittlerweile mit dem besten männlichen
Menschen dieser Welt zusammen: Lone! Ein Hoch auf ihn, auf diesen guten Menschen, mit dem ich ach so viele gute
Zeiten verbrachte (eigentlich viel zu viel gute Zeit für nur ein Leben, aber wer will denn meckern?).
Zwischen all dem Krach und Dreck und Staub lebe ich hier mit ihm und Phex und Chica...